Ich bin Holger Müller, ein gebürtiger Rastatter. Die Entwicklung der Mikroelektronik hat meinen ganzen beruflichen Werdegang sehr stark beeinflusst.
Nach der Mittleren Reife begann ich eine Lehre als Fernmeldehandwerker und zum Ende der 2,5 Jahre dauernden Ausbildung kam ich erstmals mit den damals aufkommenden Transistoren, den ersten elektronischen Schaltern, in Kontakt. Geprägt von der Musik der 60er Jahre kamen die ersten sog. Lichtorgeln in Mode. Meine erste selbstgebaute Lichtorgelschaltung hätte mit Sicherheit keine VDE-Prüfung auch nur eine Sekunde überstanden.
Danach entschied ich mich für das Studium des „Wirtschaftsingenieurswesen“, da es den Studiengang der Wirtschaftsinformatik noch gar nicht gab. Hier begann ich mit dem Programmieren und musste meine Befehlssätze noch brav in Lochkarten stanzen. Meine ersten Taschenrechner von MBO und der TI-56 waren entscheidend, dass ich einigermaßen heil durch dieses breit gefächerte Studium kam. Auch lernte ich erste Programmierschritte auf BASIC-Computern. Ein Praxissemester bei IBM zog mich intensiv in die Welt der Datenverarbeitung hinein.
Die erste Anstellung hatte ich bei einer deutschen Firma der „Mittleren Datentechnik“ – wer kennt diesen Ausdruck noch? - die eigentlich eher für Fahrtenschreiber bekannt war. Hier lernte ich Maschinensprache und auch deutschen Assembler (LDA = Lade Datenzelle Alphanumerisch).
Doch kurz darauf bot sich mir eine Karrierechance die ich nicht ausschlagen konnte. Rechenzentrumsleiter beim jetzt größten deutschen Drogeriemarkt mit der Aufgabe ein – schon damals – historisches Rechenzentrum mit einem Großrechner General Electric GE130 mit großen Bandmaschinen in die IBM DOS/CSE 4331-Welt mit Plattenstapelwechslern zu überführen.
Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts kamen dann die ersten Personal Computer in voller Breite und ich fragte mich, warum eine „Personal-Abteilung“ einen eigenen Computer brauchte. Mein Englisch war damals noch recht rudimentär. Ich begann zunächst Apple II – Computer zu verkaufen und das absolute Highlight dieser Zeit war mein persönliches Erlebnis der Europapremiere des WINDOWS-Betriebssystem mit einer APPLE LISA und dem neuen Eingabegerät – der Maus. Danach setze ich mit Computern von DIGITAL EQUIPMENT CORPORATION (DEC) dem Rainbow und dem PROFESSIONAL auseinander und lernte das Programmieren mit Fourth Generation Languages.
Das führte mich anschließend für 11 Jahre zum weltgrößten Pharmahersteller, wo ich das erste Mal für über 600 Mitarbeiter ein ETMS einführte (Electronic Territory Management System), dem Vorläufer heutiger Customer Relationship Management-Systeme.
Und im Jahre 1998 kam dann der Wechsel in die SAP-Welt, in der ich auch jetzt immer noch arbeite. Diese Arbeit führte mich auf 4 Kontinente in über 50 Länder zu mehr als 150 Projekten.
So erlebte ich in mehr als 50 Jahren die Entwicklung vom kleinen Elektronischen Schalter, dem Transistor, zu komplexen Computern mit kompliziertester Software, die immer mehr Daten immer schneller verfügbar machten. Und in jeder Episode blieben ein paar Erinnerungsstücke zurück, die jetzt in dem geplanten Museum Platz finden sollen.
Und während dieser Zeit in fremden Ländern, fremden Hotels begann ich Produkte für meinen kleinen Verlag zu entwickeln, die einen wahren Kontrapunkt setzten. Mit Sprachführern oder der TOWNORY-Serie, Gedächtnisspielen, die sich mit Sehenswürdigkeiten in einzelnen Städten beschäftigen.