Vor geladenen Gästen öffnete das µ-Museum am Samstag erstmalig seine Türen.
Der Gründer des Museums, Holger W. Müller begrüßte die Gäste. Danach erläuterte Sammler und Kurator Boris Jakubaschk das Konzept der Ausstellung. Nachdem eines der Exponate des Museums mit “The Entertainer” eine musikalische Einlage intoniert hatte, folgten zwei Grußworte. Oberbürgermeisterin Monika Müller begrüßte den Neuzugang in der Rastatter Museumslandschaft und überbrachte einen “Goldenen Mann” als Skulptur. Dr. Stefan Stein, Kurator am weltgrößten Computermuseum HNF in Paderborn berichtete vom wachsenden Interesse an der Geschichte der Computertechnik, die er in seinem Haus beobachtet - meinte aber auch, dass das “µ” sicherlich auch für die Müh' stünde, die so ein Museum macht.
Es folgte ein Vortrag des Kreisarchivars Martin Walter zur Geschichte der Thaleswerke und des Gebäudes, in dem sich jetzt das µ-Museum befindet. Er hatte Aufnahmen aus seinem Fundus mitgebracht, die zeigten, wie wenig sich in hundert Jahren an den Räumen geändert hat.
Zum Abschluss wurden die etwa 30 Besucher durch die Museumsräume geführt. Dabei gab es eine kurze Reise durch die Geschichte der Rechenmaschinen, ihre Ablösung durch elektronische Rechner, eine Gegenüberstellung der so unterschiedlichen Firmen Apple und IBM anhand von Meilensteinen ihrer Produktpalette.
Nach einem kurzen Abstecher in die Spieleabteilung des Museums, bestehend aus Spielekonsolen und Homecomputern der 1970er bis 2000er Jahre, endete die Führung im vielfältigsten Raum der Ausstellung, in dem ein mit der PDP-8/I ein Minicomputer von 1967 zu sehen ist, verschiedene Kleinroboter, Lehrsysteme, Digitalkameras, die ersten privat erschwinglichen Computer und eine Auswahl von Computern aus deutscher Produktion, von denen zwei sogar in Karlsruhe entwickelt wurden. Zwei Designstücke bilden das Finale: Der Apricot Portable ist ein immer noch modern anmutender, keilfürmiger Computer und war eines der ersten Geräte mit LC-Bildschirm in voller Größe, kabelloser Tastatur und Mikrofon für Sprachkommandos. Der NeXT Cube hingegen ist ein schwarzer Magnesiumwürfel. Er wurde Anfang der 1990er Jahre von Tim Berners Lee für die Entwicklung von “World Wide Web” genutzt, dem weltweit ersten Webserver und Browser.